Berlin: Tropical Islands – Die Südsee vor den Toren Berlins

Kategorie: Events

Stand: März 2008

Tropical Islands: Man hasst sie – oder man liebt sie. Es gibt keine Alternative. So lauschte ich oft den vielen und kontroversen Diskussionen über das Megaprojekt in der Nähe von Berlin. Die gewaltige Halle, ursprünglich als Luftschiffwerft gebaut, sollte nun eine andere Aufgabe erfüllen. Doch was könnte man mit der größten freitragenden Halle der Welt sonst noch anfangen? Eine Gigantin: 360 Meter lang, 210 Meter breit und 107 Meter hoch. Freiheitsstatue und Eiffelturm kämen sich sehr verloren darin vor.

Eine Vision beflügelte Architekten, Konstrukteure und Investoren gleichermaßen: Man wollte den Gästen ein ganz besonderes Erlebnis bieten. Sie sollten in der Lage sein, sich bei Wind und Wetter, Eis und Schnee in tropische Gefilde zu begeben, ohne je ein Flugzeug betreten zu müssen.

Und so entstanden die Tropical Islands.

Während der diesjährigen ITB hatte ich die Möglichkeit, mir das Wunderwerk der Technik aus nächster Nähe anzuschauen. Der Bustransfer vom Messegelände zum Südseebad dauerte eine Weile, fast eine ganze Stunde. Es war kalt. Ungemütlich. Alle Teilnehmer waren warm angezogen. In dem Moment aber, in dem ich die Eingangstüre öffnete, betrat ich eine andere Welt. Schwülwarme Luft räkelte sich mir entgegen, umhüllte mich und lockte den Schweiß so schnell aus meinen Poren, dass ich fast meine Jacke nicht schnell genug ausziehen konnte. Wie gerne hätte ich nun meine Kleidung noch gegen Badesachen getauscht. Doch ich hatte mich für die Besichtigung der Anlage entschlossen und leider nicht für den Aufenthalt am Pool.

Hat man den Eingangsbereich durchschritten, folgt der Blick unweigerlich der Architektur in den Himmel. Fünf freitragende Stahlbögen bilden einen halbzylinderförmigen Teil und die Stahlkonstruktion trägt ein Membrangewölbe. Aber technische Details haben mich an diesem Abend nicht begeistern können. Ich wollte das Flair, die Ausstrahlung, die Magie des Ortes kennenlernen und mich davon berühren lassen.

Daher folgte ich dem Tourguide, der uns über jedes kleinste Detail in Kenntnis setzte.

Doch ich beobachtete nur, sog die Eindrücke förmlich in mich ein. Ich sah Pflanzen, die normalerweise im Regenwald wachsen, fühlte die hohe Luftfeuchtigkeit auf meiner Haut. Der Weg führte durch das Tropendorf, das aus vier landestypischen Häusern aus Thailand, Borneo, Bali und Samoa besteht. Handwerker aus den entsprechenden Ländern führten originalgetreue Arbeiten aus. Die Wirkung ist unglaublich. Wenn man die Geräusche der riesigen Badeanstalt ausschalten kann, fühlt man sich tatsächlich z.B. nach Bali versetzt. Gerade das Bali-Tor, einzigartig in seiner Konstruktion, vermag zu verzaubern.

Die vielen Restaurants in und um das Tropendorf verführen mit ihrer Vielfalt an Speisen, Snacks und Getränken.

Möchte man sich die Umgebung von oben aus anschauen, sieht man beim Island Ballooning die Tropical Islands aus der Vogelperspektive.

Sollte man bei den Vorbereitungen für den Aufenthalt zu Hause etwas vergessen haben, gibt es auf dem sog. Boulevard viele Möglichkeiten, das Vergessene – und noch viel mehr – zu kaufen.

Für diejenigen, die nicht nur einen Tag hier verbringen möchten, gibt es die Möglichkeit, entweder in einem Zelt des Regenwald-Camps oder in einer der Maharadscha-Lodges zu übernachten.

Doch zurück zum Regenwald und meinem Rundgang. Im weltweit größten Indoor-Regenwald haben sich ca. 50.000 Bäume und Pflanzen versammelt, um eine faszinierend tropische Kulisse zu bilden. Eine Kulisse, vor der sich die Gäste in der Südsee-Lagune oder in der Bali-Lagune dem Nichtstun hingeben können. Ein Tag des Relaxens, des Ausspannens, des Einfach-Seins.

Aber Tropical Islands wäre nicht komplett, würde die Anlage nicht auch einen tropischen Wellness-Bereich bieten. 10.000 Quadratmeter Gesamtfläche stehen zur Verfügung, um den Gästen das Beste an Entspannung und Wellness zu bieten. Sauna, Dampfbäder, Sprudelbecken, Schwitzhütten, Solarien und Massagebänke – und noch so vieles mehr.

Es war für mich sehr angenehm, diese Besichtigung mit einem Abendessen abschließen und dabei die Show sehen zu können, die allabendlich in der Südsee-Lagune dargeboten wird.

Das Abendessen lag im Standardbereich. Es schien mir, als sei das Personal etwas überfordert gewesen von der Anzahl der Gäste, da die Zeit zwischen den einzelnen Gängen sowie allgemein das Auftragen der Speisen recht lange dauerte.

Die Show war kurzweilig und gefiel mir sehr gut.

Nach dieser Besichtigung kann ich die kontroversen Diskussionen wirklich nachvollziehen. Viele hassen es, viele lieben es aber auch.

Ich halte diese gigantische Urlaubswelt vor den Toren Berlins für eine wunderbare Alternative, um einen angenehmen Badetag in einem fast tropischen Klima zu verbringen.

Bitte besuchen Sie: www.tropical-islands.de