Bali: Alam Anda Dive and Spa Resort

Kategorie: Asia

Stand: Januar 2008

Bei Ankunft wurde ich freundlich begrüßt und man reichte mir ein kaltes Tuch und einen Willkommensdrink.

Die Anmeldeformalitäten wurden schnell erledigt. Dann zeigte die Mitarbeiterin mir die wichtigsten Bereiche der Anlage, obschon ich eigentlich lieber direkt zum Bungalow gegangen wäre. Im Nachhinein aber war es schon in Ordnung. Sie zeigte mir die Bar, die Bibliothek, das Tauchzentrum und den Restaurantbereich. Dann gingen wir, während es immer dunkler wurde, zum Spabereich. Anschließend führte sie mich endlich zum Bungalow Nr. 7. Eigentlich hatte ich aufgrund der Information auf der website einen der vier Seaview-Bungalows in der ersten Reihe gebucht. Doch sie sagte mir, dies sei nicht möglich, da momentan zwei bereits belegt seien und in den anderen beiden Renovierungsarbeiten durchgeführt würden. Außerdem habe ich mir eine Unterkunft in ruhiger Lage gewünscht und dies sei mit Bungalow 7 der Fall. Sie werde dennoch sehen, ob es eine andere Möglichkeit gäbe. Auf meine Frage hin, ob ich denn mit dem Auspacken warten sollte, meinte sie, nein, ich könne dann evtl. am nächsten Tag umziehen. Später sagte sie mir, es gebe die Möglichkeit, in einen anderen Bungalow umzuziehen, doch der hätte nicht den schönen Ausblick. Ich fragte mich, warum sie mir diese Alternative überhaupt angeboten hatte, da es mir ja gerade um den Ausblick ging.

Der Bungalow war sehr schön eingerichtet. Verschiedene Holzarten, kombiniert mit Bambus ergaben eine wohlige Atmosphäre. Ein großes Doppelbett sowie eine Couch luden zum Ausruhen ein. Im Zimmer stand ein Kühlschrank, der gleichzeitig auch als Minibar fungierte. Die entsprechende Preisliste lag gut sichtbar auf der Ablage. Als Willkommensgruß stand eine kleine Flasche Wasser auf dem Tisch, die anderen Flaschen waren klar und deutlich mit Preisschildern versehen. Eine Thermoskanne wurde täglich mit frischem Trinkwasser aufgefüllt. Man riet mir, das Leitungswasser lediglich zum Zähneputzen und Waschen zu benutzen. Das Wasser in der Thermoskanne sei zum Trinken gedacht und absolut unbedenklich. Das Bad, in einem separaten Raum, war mit einer großen Dusche, einem kleinen Tauchbecken, einem großen Waschtisch und einer Toilette ausgestattet und sehr sauber. Hand- und Badetücher waren immer sauber, meistens auch flauschig und angenehm duftend.

Leider war der Bereich, in dem sich die Toilette befand, nicht separat beleuchtet. Da die Mauer, die die Trennwand zum übrigen Bad bildete, recht hoch war, drang nicht sehr viel Licht in den Toilettenbereich. Zusätzlich zum Toilettenpapier gab es noch eine kleine Handdusche, deren Strahl jedoch so extrem hart und unregulierbar eingestellt war, dass ich diesen Komfort nicht nutzen konnte, weil es zu schmerzhaft gewesen wäre.

Auf der Veranda stand auf der einen Seite ein solider Holztisch mit zwei Stühlen und auf der anderen Seite befand sich eine schätzungsweise mindestens 2x2m große Kuschelwiese mit gemütlichen Polstern. Hier konnte man einfach relaxen und dem Zwitschern der Vögel zuhören. An allen Fenstern und Türen konnte man die Vorhänge zuziehen, auf der Veranda gab es Sichtschutzmatten, die man ggf. wie ein Rollo herunterlassen konnte. Der Bungalow selbst war mit einer leicht zu bedienenden Klimaanlage ausgestattet. Ebenso mit einem Deckenventilator. Der Schalter des Ventilators zeigte zwar an, dass man ihn von Stufe 0 bis 5 steuern konnte, doch funktionierte dies leider nicht. Ich konnte ihn entweder auf höchster Stufe laufen lassen oder ausschalten, was sehr schade war – gerade nachts.

Mahlzeiten im Restaurant.
Der Restaurantbereich war großzügig und luftig in traditioneller Architektur gestaltet. Hier traf man sich zu allen Mahlzeiten. Wahlweise und gegen eine kleine Gebühr (lt. Info auf der Minibarpreisliste) hätte man sich das Essen auch im Bungalow servieren lassen können. In der ersten Woche bereitete man ein Frühstücksbuffet vor mit ausgezeichneten frischen Früchten, Säften, verschiedenen Brotsorten, Croissants, sowie diversen Marmeladen. Man konnte auch ein herzhaftes Frühstück genießen, incl. Eierspeisen nach Wahl, die direkt nach Wunsch zubereitet wurden. Kaffee und Tee standen bereit, ebenso frisch geschnittener Ingwer zum Tee.

Bei einer geringeren Gästeanzahl wählte man zu jeder Tageszeit aus a-la-carte Menüs, die aber eine ebensolche Vielfalt boten. Außer am Sonntag, dem sog. Bali Day, an dem, neben einer schönen Tanzaufführung, eine indonesische Reistafel zum Schlemmen verführte. Man sollte allerdings sehr vorsichtig die angebotenen Soßen portionieren, sonst könnte es geschehen, dass einem eine harmlos aussehende Sojasoße die Tränen in die Augen treibt, da man evtl. die kleinen Chilistückchen übersehen hat.

Das Essen war zu jeder Tagszeit sehr gut zubereitet und sehr schön dekoriert. Die Damen in Restaurant und Küche waren immer sehr freundlich und hilfsbereit und haben auch auf die kleinen Sonderwünsche hier und da absolut positiv und zuvorkommend reagiert.

Poolbereich.
Der direkt vor dem Restaurant liegende Pool war unglaublich schön und sehr speziell in seinem Design, sowohl was die Materialien (Stein statt Fliesen) als auch seine Form betraf. Er wurde regelmäßig gesäubert und lud – auch durch seine Unterwassersitzbänke hier und da – wirklich zum Verweilen ein. Duschen waren sehr geschmackvoll in die Gartenumgebung des Pools integriert. Liegen standen direkt in der Nähe. Auch flauschige und meist gut riechende Pooltücher standen immer ausreichend zur Verfügung.

Spabereich.
Der Spabereich befand sich im hinteren Teil der Gartenanlage, an die beiden Juniorsuiten und eine der Villen angrenzend. Betrat man diesen Bereich, fühlte man sich fast in eine andere Welt versetzt. Man wurde von freundlichen Damen begrüßt. Der Spabereich bestand aus einer SpaSuite, in der zwei Personen gleichzeitig eine Massage genießen können, dann aus zwei Suiten für Einzelbehandlungen. Außerdem stand ein weiterer separater Bereich zur Verfügung, in dem u.a. Ayurvedasynchron- und Fußreflexzonenmassagen durchgeführt wurden.

Ich habe diverse Anwendungen fast jeden zweiten Tag gebucht und genossen. Um dem Spabereich und den Therapeutinnen aber die Bestnote geben zu können, hat es nicht ganz gereicht. die Behandlungsräume waren vorzüglich eingerichtet, die Öle und Cremes wohlduftend und angenehm zur Haut. Es ist sinnvoll, sich während der gesamten Zeit auf eine Therapeutin zu beschränken, da man sich dann aufeinander abstimmen kann.

Was mir nicht so gut im Spabereich gefallen hat, war die Aufteilung des Bades. Liegt man nach der exklusiven Behandlung in wohltuend warmem und duftenden Wasser, genießt seinen Ingwer-Tee und schaut z.B. nicht nach draußen auf den kleinen Teich, sondern in die andere Richtung, hat man die Toilette mit Toilettenbürste etc. direkt auf Augenhöhe. Von den Räumlichkeiten her ist es vermutlich nicht möglich, eine Änderung herbeizuführen, man könnte aber vielleicht einen kleinen Paravent aufstellen. Auch erhöht es den Wohlfühlfaktor beim Bad, wenn z.B. das Shampoo nicht in einer handelsüblichen Großflasche auf dem Beckenrand steht, sondern in ein kleineres Gefäß umgefüllt werden würde.

Zimmerreinigung.
Die Reinigung meines Bungalows war immer vorbildlich. Wo immer es möglich war, fand ich anschließend kleine Blütenarrangements. Ob in den kleinen Aschenbechern oder auf den Handtüchern im Bad. Immer lag irgendwo eine Blüte zur Zierde. Auch bei meiner Ankunft lagen überall schöne Blüten. Besonders auf dem einladenden Bett.

Gartenanlage.
Die Anlage des Alam Anda ist sehr weitläufig und schön gestaltet. Man kann sicherlich von einem *gewachsenen* Baum- und Strauchbestand sprechen. Alles ist sehr gut gepflegt und lädt sogar zu Spaziergängen und Entdeckungen ein. Teilweise handtellergroße Schmetterlinge taumeln von Blüte zu Blüte. Exotische Vögel, die kleinsten mit den gewaltigsten Gesangsstimmen, trällern schon morgens ihre Lieder. Der Duft der Frangipanis, gemischt mit dem Duft von Räucherstäbchen, betört die Sinne. Eine Anlage für Köper, Geist und Seele, nicht alleine schon wegen der Vielzahl an exotischen Statuen und Kunstwerken.

Tauchbasis.
Da ich nicht tauche, kann ich nichts zum technischen Stand sagen. Allerdings erschien mir alles, was ich sah, in recht gutem Zustand und sehr organisiert. Die Dive Master waren sehr freundlich. Laien können die Möglichkeit zu einem Schnupperkurs nutzen. Will man einfach nur schnorcheln, kann man entsprechendes Equipment vor Ort gegen eine Gebühr ausleihen.

Finanzielles.
Bei Ankunft informierte man mich, dass ich im Resort in Landeswährung, mit Euro oder USD zahlen könnte. Geldwechsel, z.B. von Euro in Landeswährung, war indes nicht möglich. Auch nicht in geringen Beträgen. Ich wollte den Betrag von ca. 12 Euro in Landeswährung tauschen, da dies für die Ausreiseformalitäten gefordert wurde. Da dies aber nicht möglich war, bot man mir an, dass der Fahrer, der am nächsten Tag Gäste zum Flughafen bringen würde, mir die entsprechenden Devisen tauschen würde. Ich willigte ein und bat noch, mir eine entsprechende Quittung mitzubringen, was für mich eigentlich selbstverständlich gewesen wäre. Am nächsten Tag erhielt ich das Geld, allerdings keine Quittung. Der Fahrer habe den Betrag nicht bei der Bank, sondern am Flughafen getauscht und dort erhalte man eben keine Quittung. Auf meine Frage, wieso dies so sei, antwortete man, es sei eben so.

Sightseeing.
Vor Ort kann man verschiedene Besichtigungstouren buchen und unternehmen. Die Preise beinhalten jeweils den Tourguide, Eintrittspreise und Softdrinks während der Tour. Ich buchte die sog. Besakihtour und machte mich mit meinem Fahrer nach dem Frühstück auf den Weg. Allerdings meinte er direkt, wir sollten aufgrund der momentanen Wetterlage zuerst zum Batur-Tempel fahren, damit wir dem Regen dort entgehen können. Dazu konnte ich nichts sagen und stimmte zu. Ganz beiläufig erwähnte er die Situation am Besakih-Tempel. Dort müsse ich alleine hingehen, da er nicht die Erlaubnis habe, mich in die Tempelanlage zu begleiten. Außerdem müsste ich mit dem Local Guide selbst einen Preis aushandeln, um die Anlage besichtigen zu können. Ich war perplex, da ich dachte, mit dem Tourpreis, der ja auch den Eintritt enthielt, sei wirklich alles abgegolten. Er verneinte und meinte, dies sei auch ein Grund, warum so wenig Touristen dann noch diesen Tempel besichtigen wollten. Als ich ihn fragte, ob er dies dem Alam-Anda-Management denn schon mitgeteilt habe, meinte er lediglich, dies sei nicht sein Job.

Am Batur-Tempel wurde ich direkt, als ich aus dem Wagen ausstieg, von einem kleinen Mädchen regelrecht belagert, das mir partout und penetrant Postkarten verkaufen wollte. Eine alte Frau gesellte sich schnell hinzu. Recht unangenehm berührt folgte ich meinem Fahrer zum Tempeleingang. Dort kam sofort eine andere Frau auf mich zu, band mir einen Gürtel um (dies sei so Usus im Tempel) und wollte sofort einen ungewöhnlich hohen Geldbetrag dafür haben. Auch sie war recht penetrant. Dann kam noch die alte Frau von vorher dazu. Natürlich verstand ich kein Wort. Der Guide stand im Hintergrund und schaute zu. Ich fragte ihn – über die Frauen hinweg – ob dies alles rechtens sei. Er murmelte ein paar Worte und plötzlich verschwanden die beiden Frauen. Dann reichte er mir einen Gürtel, der vom Tempel wohl kostenfrei gestellt wird, damit ich ihn umbinden und die Anlage endlich betreten konnte. Als ich die eine Hälfte des Tempels gesehen hatte, meinte der Guide, es sei nicht möglich, die andere Hälfte anzuschauen, da diese Seite den Einheimischen vorbehalten sei. Von all dem hatte ich vorher nichts gewusst. Wir gingen zum Wagen zurück, wo das Mädchen wieder auf uns wartete. Auch tauschte der Guide noch Worte mit der anderen Frau aus, gab ihr Geld und erhielt einen Beleg. Wir fuhren weiter. Zwischendurch hielten wir an, um Fotos zu machen. Seltsamerweise standen dann auch plötzlich – wie aus dem Nichts aufgetaucht – Leute am Wagen, die dem Fahrer wohl bekannt waren und die mir irgendetwas verkaufen wollten.

Als ich mir vor diesem Hintergrund vorstellte, mit jemandem am nächsten Tempel verhandeln zu müssen, um diesen überhaupt besichtigen zu können – ganz alleine – hatte ich keine Lust mehr.

Ich war genervt, enttäuscht und traurig, brach die Tour ab und bat den Fahrer, mich zurück zu bringen. Auf dem Weg stoppte er und meinte, wenn ich nichts dagegen hätte, würde er gerne Mittagspause machen und eine Kleinigkeit essen. Derweil wartete ich auf ihn im Wagen. Gegen 12.30h kehrten wir wieder zur Unterkunft zurück. Ich hatte die Freude an Touren auf Bali verloren. Schade. Es war ein kostspieliger und verlorener halber Tag. Ich hätte ihn besser am Pool in der Sonne verbracht.

Die gesamte Information gab ich an die Dame, die für die Betreuung der Gäste zuständig war, weiter und sie meinte, dass sich sicherlich noch jemand vom Management hierzu mit mir unterhalten würde. Dies geschah leider nicht. Allerdings teilte sie mir noch vor meiner Abreise mit, dass man zukünftig die Gäste entsprechend informieren werde, damit dies nicht das selbe erleben würden wie ich.

Strand.
Das Alam Anda besitzt keinen Sandstrand. Der Strand ist mit schwarzen Steinen bedeckt. Allerdings luden eine Vielzahl von Sonnenliegen zum Träumen und Entspannen ein.

Kleidung.
Die Kleiderordnung im Resort war sehr locker. Man sollte lediglich vermeiden, in Badesachen das Restaurant zu betreten.

Shop.
Das Alam Anda besitzt auch einen kleinen, aber feinen und gut sortierten Souvenirshop, in dem man allerlei schöner Dinge kaufen konnte, wie Sarongs, Seidentücher, Räucherstäbchen, Statuen, T-Shirts, Postkarten und vielerlei mehr.

Alam Anda-Post.
Täglich zum Sonnenaufgang erhielt ich die sog. AlamAnda-Post: einen Flyer mit Details zu den nächsten Sightseeing-Touren und Ereignissen im Resort, Information zu Sonnenauf- und untergängen, sowie zu den voraussichtlichen Tagestemperturen. Eine schöne Geste.

An- und Abreise.
Ich empfehle unbedingt, die Flugverbindungen so zu wählen, dass man um die Mittagszeit in Denpasar eintrifft und am späten Nachmittag die Insel wieder verlässt. So hat man schon bei der Anreise die Möglichkeit, ein wenig von der Insel zu sehen, auf der man die weiteren Tage verbringen wird. Außerdem finde ich es nicht so angenehm, eine dreistündige Strecke durch die Berge zu fahren, die sich über unbeleuchtete Straßen fast schon serpentinenartig ihren Weg bahnt.

Halb- bzw. Vollpension.

Aufgrund der angenehmen Preisgestaltung vor Ort, ist es nicht unbedingt erforderlich, Halb- oder Vollpension zu buchen.

Management.
Während meines Aufenthaltes wechselte das Management. Während die dänische Crew sehr offen und freundlich war und wir uns miteinander bekanntmachten, erfuhr ich lediglich durch Hörensagen, wer in der folgenden Woche zum Management gehörte.

Check-out.
Das Auschecken verlief absolut unproblematisch. Ich erhielt die Rechnung incl. aller Belege.

Transfer.
Der Transfer zum Flughafen war pünktlich organisiert und dauerte ebenfalls ca. 3 Stunden.

Fazit: Der 14-tägige Aufenthalt im Alam Anda Dive & Spa Resort war sehr schön und erholsam. Das Personal handelte freundlich, zuvorkommend und war sehr hilfsbereit. Ich werde gerne jederzeit wieder zurückkehren.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich noch weiter über das Alam Anda Dive & Spa Resort zu informieren bzw. sich auch Fotos anschauen möchte, kann sich über folgenden Link auf die website des Resorts einloggen. Ich habe mir alle Fotos angeschaut und hätte sie vermutlich besser nicht hinbekommen können: www.alam-anda.de